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Feinstaub durch Feuerwerk. Verbot, Hysterie und Doppelmoral

Feinstaub durch Feuerwerk. Verbot, Hysterie und Doppelmoral | fwkart.de

Feinstaub durch Feuerwerk. Jedes Jahr, pünktlich zum Jahresende wird darüber debattiert, ob Feuerwerk verboten werden muss weil scheinbar nur das Feuerwerk die Umwelt so sehr schädigt. Das ist kein Journalismus, dass ist absoluter Blödsinn!

Die Nachrichten über die Feinstaubbelastung an Silvester, allein durch das Abbrennen von Feuerwerk, nehmen immer groteskere Züge an. Dem Umweltbundesamt wurde bisher immer eine jährliche Feinstaubbelastung von etwa 4000 Tonnen kolportiert.

Videos von Silvesterfeuerwerk in 4K

Im Jahr 2017 wurde dieser Wert schon auf 5000 Tonnen jährlich erhöht und 2018 lag die Feinstaubbelastung bei etwa 4500 Tonnen. Ohne dass Schwankungen im Absatz von Feuerwerkskörpern festzustellen sind.

Feuerwerk ist das geringste Übel

Feuerwerk ist Lifestyle, ein Interessenbereich, für viele ein Beruf aber auch ein Luxusprodukt. Und ja, Feuerwerk macht Dreck. Zu Silvester, einmal im Jahr auch viel Dreck. Würde sich jeder daran halten seinen Abfall an den Straßenrand zu tragen (wie ich es mache), wäre der viele Dreck am nächsten Tag auch schon weg.

Menschen geben jährlich etwa 140 Millionen Euro für Feuerwerk ​aus. Das klingt nach viel Geld. Allerdings sind das etwa nur 2,26 Euro pro Person, also weniger als einen halben Cent pro Tag. Zum Vergleich: Im Jahr 2017 kauften die Menschen in Deutschland schätzungsweise rund 29,5 Millionen Weihnachtsbäume. Das entspricht etwa 700 Millionen Euro die nach Neujahr weggeworfen, kompostiert oder verbrannt werden.

Diese ganzen Christbäume müssen herangezogen, gefällt, durch die Gegend gefahren und am Ende noch mit Kerzen, Kugeln und Lametta beschmückt werden um sie anschließend aus dem Fenster zu werfen. Ich muss kein Experte sein um zu wissen, dass der Feinstaub und CO2-Wert der durch das Verbrennen und transportieren eines Weihnachtsbaums entsteht, viel höher liegt, als eine Familie an Feuerwerksbatterien an Silvester zünden kann.

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Apropos Lametta

​Die Grafiken oben (herausgegeben vom Umweltbundesamt) zeigen die Tagesmittelwerte am 31.12.2018 sowie die Tagesmittelwerte am 1. Januar und 2. Januar 2019.

Interessant wird es, wenn wir uns exemplarisch mal ein paar Tagesmittelwerte aus dem Oktober und November 2018 herausziehen. Wohl bemerkt; das sind die gleichen Tagesmittelwertmessungen wie die oben dargestellten zu Silvester.

Stellen wir zum Spaß noch die Feinstaubüberschreitungen vom April 2018 mit Dezember 2018 gegenüber, ergibt sich noch ein deutlicheres Bild. Im April 2018 wurden 155 Überschreitungen an verschiedenen Stationen gemessen. Im Dezember 2018 (einschließlich dem 31.12.) sind es nur 8 stationäre Überschreitungen. Im Januar 2019 sind es bisher (Zeitraum 01.1.2019 bis 07.1.2019) 28 Überschreitungen. Natürlich ist der Wert hoch und ich möchte auch nichts beschönigen, andere Monate sind jedoch schlimmer.

Daten für allein nur den 01. Januar 2019 liegen mir jedoch nicht vor. Dies werde ich aber noch nachrecherchieren. Update: Es sind wohl 12 Stationen registriert, die Überschreitungen an Silvester zwischen 0 Uhr und 1 Uhr gemessen haben. Überwiegend Städte in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Berlin.

Tierschutz als Argument für Feuerwerksverbot

Das wohl am häufigsten verwendete Argument ist der Tierschutz:

  • Feuerwerk ist laut (check)
  • Feuerwerk macht Dreck (check)
  • Feuerwerk erschreckt meinen Hund/meine Katze (naja)

Es kommt wie so oft auf die Erziehung an. Wenn der Hund, die Katze dem Herrchen/Frauchen die Angst oder das Unwohlsein ansieht, muss Feuerwerk schlecht sein. Simpelste Psychologie also.

Insbesondere Haustiere sind nicht wie wild lebende Tiere selbstständig und sind auf den Menschen als Versorger angewiesen. Das Haustier unterwirft sich, wie in der Natur vorgesehen, dem Muttertier (Menschen) und vertraut ihm. Daher ist es sinnvoll, dass Haustier mit ans Fenster zu nehmen, mit dem Hund am Nachmittag raus zu gehen um das Tier auf die Situation vorzubereiten und das Tier zu sensibilisieren.

Dem Tier Zeit zu geben, sich daran zu gewöhnen. Dem Haustier zeigen, dass dem Tier nichts passieren wird. Die Haustierbesitzer schotten ihre Vierbeiner regelrecht ab und oft haben die Haustiere keine Gelegenheit sich an den Umstand einmal im Jahr zu gewöhnen. Und das ist suboptimal.

Das es anders geht und beweist, dass Hunde auch gut erzogen werden können, zeigt ein Beispiel aus eigenen Erfahrungen: Wir hatten 2016 auf einem abgelegenen Feld außerhalb von Dresden eine kleine 7 minütige Show auf 40 Meter Breite aufgebaut. Im Mittelpart ist allerdings eine Feuerwerksbatterie am Boden explodiert und schoss die einzelnen Effekte wild umher. Auch zu uns, wir schauten auf einen Fußweg dem Spektakel zu.

Ein Mann mit einem weißen Hund (Hunderasse war nicht ersichtlich, Knie hoch), führte seinen Hund Gassi und nahm ihn an die kurze Leine als das passierte. Ohne in Panik auszubrechen, lief er ruhig mit seinem Hund weiter als die Effekte umher flogen.

Der Mann hat weder geschimpft noch sonstige Anstalten gemacht. Wir entschuldigten uns noch bei ihm und Er gab während dem Gehen nur ein “ist schon Okay” von sich. Der Hund selbst schaute natürlich aber war auf sein Herrchen an kurzer Leine konzentriert. Denn wenn Herrchen nicht in Panik ausbricht, ist die Situation zwar seltsam, aber nicht bedrohlich.

Fledermäuse und Vögel sterben

Ich möchte nicht abstreiten das Vögel durch Feuerwerk sterben. Sicherlich passiert das irgendwo. Die Hauskatze mit Auslauf fängt aber auch Mäuse und Vögel. Bis zu 200 Millionen Vögel fallen jedes Jahr in Deutschland den Katzen zum Opfer. Noch gravierender sieht es in den USA aus. Einer Studie nach werden jedes Jahr in den USA zwischen 1,4 und 3,7 Milliarden Vögel und zwischen 6,9 und 20,7 Milliarden kleine Säugetiere von Katzen getötet!

Und Fledermäuse werden unter Garantie nicht abgeschossen. Fledermäuse verfügen über ein perfektes Echo-Ortungssystem. Die Fledermaus stößt während des Fluges fortwährend laute Schreie im Ultraschallbereich (oberhalb 20.000 Hertz) aus. An den zurückgeworfenen Echos der Schreie erkennen die Fledermäuse jedes noch so kleine Beutetier und jedes Hindernis in der Flugbahn.

Es ist realistischer, 5 Mal hintereinander den Lotto-Jackpot zu gewinnen, als dass sich eine Fledermaus an einem Ast an einem Baum den Kopf stößt.

Ein paar Fakten und Gedanken

Der Mensch erzeugt jährlich in Deutschland etwa 221.000 Tonnen Feinstaub. Dagegen nimmt Feuerwerk nur einen Teil von etwa 2 Prozent ein. Die Umwelt wird -verglichen mit anderen Feinstaubverursachern- in der Silvesternacht aber nicht ganzjährig belastet, sondern nur kurz.

Nach ein bis drei Stunden ist eine erhöhte Feinstaubbelastung durch das Silvesterfeuerwerk abgeklungen. Das geben die Tagesmittelwerte des Umweltbundesamts für den 1. Januar 2019 auch deutlich wieder.

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Die Feinstaubeigenschaften die beim Abbrennen von Feuerwerk entstehen, sind grundlegend andere als die aus Verbrennungsmotoren und Feuerungsanlagen. Feinstaubpartikel, die durch den Verkehr erzeugt werden, sind aufgrund ihrer chemischen Natur wesentlich giftiger und bleiben um ein vielfaches länger in der Luft als die durch Feuerwerk.

Auch wird Feuerwerk vom Umweltbundesamt bei den wichtigen Quellen nicht einmal erwähnt. Feuerwerk taucht in einer Statistik nur gemeinsam mit Lösemitteln, Zigaretten und Grillfeuer auf. Aber trotzdem wird zum Jahresende immer versucht, den Verzicht auf Silvesterfeuerwerk als vorrangigen Beitrag zur Senkung der jährlichen Feinstaubbelastung darzustellen.

  • Weihnachtsbeleuchtung verbraucht jährlich etwa 600 Millionen Kilowattstunden Strom
  • Flugreisen, insbesondere Billigflüge belasten ebenso das Klima und die Ohren der Anwohner wie Feuerwerk. Im Geschäftsjahr 2018 verzeichnete die Fluglinie Ryanair einen Umsatz von rund 7,15 Milliarden Euro.
  • für manche ist jede Tierhaltung Quälerei
  • Kapselkaffee anstatt Siebträger oder Filtertüte. Im Jahr 2016 wurden in Deutschland 3,1 Milliarden Kaffee-Kapseln verbraucht. Das entspricht 31.000 Tonnen Aluminium! Für die Herstellung aller Alu-Kapseln die 2016 in Deutschland verbraucht wurden, entstanden rund 25.000 Tonnen CO2. Dazu giftiger Rotschlamm, der die umliegenden Gewässer verseucht.
  • Brennende Kerzen können insbesondere die Anzahl der kleinsten Feinstaubpartikel um das 10- bis 20-fache erhöhen. Fachleute gehen davon aus, dass Kerzenrauch ähnlich schädlich ist wie Tabakrauch.
  • Die Menschen möchten im Winter Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen essen
  • Viele Menschen kaufen sich jedes Jahr ein neues Smartphone obwohl das alte noch tadellos funktioniert
  • T-Shirts für 1 Euro, 500g Hackfleisch für 3 Euro, Plastiktüten um den Einkauf nach Hause zu tragen und Parfum/Deo anstatt sich zu waschen.

Man muss auch bedenken, dass der Grenzwert für Feinstaubbelastungen eine Empfehlung ist, die Wissenschaftlich nirgendwo fundiert erforscht wurde. Man beugt sich hier also über ein Thema, wovon nicht einmal 1 Prozent der Menschen wirklich Fachkenntnis besitzen. Was für eine Doppelmoral!

Ein Feuerwerks-Verbot ist Unsinn

Ein Verbot von Feuerwerk ist Unsinn! Auch würde ein Verbot zu anderen steigenden Kosten und Umweltbelastungen führen. Nehmen wir nur mal das Beispiel der zusätzlichen Polizeieinsätze. Wer soll ein Verbot finanzieren? Ein Verbot würde zwangsläufig zu steigende Steuern führen und durch den Einsatz von Einsatzfahrzeugen auch die Umwelt zusätzlich schädigen. Ja super nachgedacht ihr Experten.

Und da Polizisten generell keine Familie haben, kann der Staat alle verfügbaren Einsatzkräfte zum Jahreswechsel arbeiten lassen, während sich andere auf der Silvesterparty mit Plastikbesteck den Kaviar in den Rachen schieben.

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Ein generelles Verbot von Feuerwerk ohne Kontrollen wäre demnach Sinnlos. Niemand würde sich nur ansatzweise daran halten. Käme es tatsächlich zu einem generellen Verbot, feier ich in der Tschechischen Republik und hoffe auf Ostwind.

Was sind meine Ideen?

Gibt es Ansätze die ich unterschreiben würde? Ja die gibt es. Ich bin der Meinung, dass Privatfeuerwerk in Innenstädten in denen sich viele Menschen zum Jahreswechsel versammeln, nichts zusuchen hat. Die Gefahr das sich Menschen durch den unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern verletzen, ist hoch. Insbesondere die Menschen, die durch andere verletzt werden. Generell würde ich sagen, dass Innenstädte eine Verbotszone darstellen können.

Tragt euren Müll an den Straßenrand so das die Stadtreinigung mit ihren Kehrfahrzeugen diesen gleich mitnehmen kann. Werft keine Plastikverpackungen eurer Silvesterraketen oder Leuchtfeuerwerksartikel in die Natur. Lasst es zuhause oder tragt es ebenso im Müllbeutel an den Straßenrand. Die leer geschossenen Batterien nicht in die Mülltonne werfen. Das ist Sondermüll!

Aber auch an die Hersteller sei gesagt; Eine Rakete fliegt nicht besser nur weil oben eine Plastikkappe drauf sitzt. Auch die Plastikverpackungen für Raketen müssen nicht sein. Lasst sie doch weg 😉

Der Umwelt würden wir enorm helfen, indem wir unseren Fleischkonsum auf ein oder zwei Mal die Woche reduzieren. Oder ganz auf Deo und Haarspray verzichten, die enorm viel CO2 erzeugen. Vielleicht auch mehr das Fahrrad benutzen als das Auto.

Es ist schließlich so einfach, sich auf ein Thema zu versteifen, dass nicht jeder Mensch nachempfinden kann und im Falle eines Verbots, auch nicht jeden Menschen betrifft. Feuerwerk? Brauch ich nicht. Kann meinetwegen verboten werden. Es ist so einfach! Denkt doch bitte einmal nach und reflektiert euer eigenes Leben anstatt auf ein Thema aufzuspringen, was offensichtlich und ohne Zweifel völlig überzogen ist.

Quellen:
https://www.umweltbundesamt.de
https://www.presseportal.de
https://www.t-online.de
https://www.nabu.de
https://www.fledermausschutz.de
der gesunde Menschenverstand

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Geschrieben am 8. Jan 2019 um 21:30 Uhr

Feinstaub durch Feuerwerk. Verbot, Hysterie und Doppelmoral
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3 Antworten auf “Feinstaub durch Feuerwerk. Verbot, Hysterie und Doppelmoral”

  1. Wirklich sehr toll geschrieben, echt erholsam bei dem ganzen wirren Zeug, was immer wieder zum Jahreswechsel durchgekaut wird.
    Ein kleiner Schönheitsfehler ist hier jedoch dabei: Leergeschossene Batterien sind Hausmüll und werden über die Mülltonne entsorgt. Diese Info bekommt man bei den Entsorgungsunternehmen bzw. den zuständigen Behörden.

    1. Hallo Tom,

      Die Entsorgung per Hausmüll stimmt nur bedingt. Mir wurde von der BSR empfohlen meinen Müll gesammelt unter eine öffentliche Mülltonne zu legen. In einem Haus mit +50 Mietern würde sonst die Müllecke schnell überlaufen.

      Der *Straßenmüll* war am 2. Januar entfernt.

      Dies trifft natürlich nur auf große Städte zu. Jeder sollte seinen Müll zumindest zusammen fegen!

    2. Hallo Tom.

      Okay, ja mir wurde es damit begründet das da eben schwarzpulver Rückstände enthalten sind und ggf. noch nicht gezündete Effekte.

      Danke fürs Komment 😊

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